Über das neue Theaterstück – Teil 1

Claudia Stump, Regie

“Sei lieb zu Deinen Kindern … sie wählen Dein Altenheim aus”. Dieser Spruch auf einer Postkarte ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe sie meinen Kindern gezeigt und wir haben gelacht. Die demografische Entwicklung bietet keinen Grund zum Lachen. Die geburtenstarken Jahrgänge werden älter und älter und älter.

Wie stelle ich mir mein Alter vor? Wie möchte ich mit meinen Eltern über das, was noch kommt, reden? Diese Gedanken trieben mich an, das Thema vorzuschlagen für unser nächstes Stück.

Bei der Recherche in das Thema “alt werden” wurden wir aufmerksam auf die Autorin Ilse Helbich. Sie hat mit achtzig Jahren ihr erstes Buch geschrieben, “Grenzland Zwischenland”, und das hat mich tief beeindruckt und inspiriert. Persönliche Situationen prägten eine erste Idee: ein Dialog, der von verschiedenen Personen gespielt wird. Es sind immer die gleichen Sätze, aber immer andere Figuren. So entstanden die ersten Figuren. Und eine erste Idee von: eine Frau kommt neu in eine Pflegeeinrichtung und ändert dort alles.

Außerdem wurden Stücke gelesen zum Thema, die uns aber nicht ausreichend erschienen. Entweder zu viele oder zu wenig Figuren, ein anderes Thema spielte sich in den Vordergrund, oder oder oder.

Also haben wir unsere Ideen als Ausgang für unser eigenes Stück genommen. Als Autorin habe ich Vorschläge gemacht mit Situationen, zu denen die Schauspielerinnen improvisiert haben. Daraus haben wir die Spielszenen entwickelt, die ich mitgeschrieben habe. Am Schreibtisch habe ich die Dialoge geschliffen und Wendungen ins Spiel gebracht.

Die Figuren sind gewachsen, die Szenen wurden hin und her geschoben. Einige Situationen können in einer absurd-komischen Gruppenszene dargestellt werden. Jeder Charakter braucht einen Raum für die eigene Geschichte. Eine Art Chor aus Alten taucht auf und will singen und sich bewegen.

Das Ergebnis ist ein Stück darüber, wie wir mit dem Alter umgehen. Es zeigt einen Balanceakt zwischen heiterer Distanz und tragischer Nähe, zwischen individuellem Menschsein und routinierter Struktur.

 

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